Flussgebietsentwicklung für Verbandsgemeinden in Rheinland-Pfalz

Das Ingenieurbüro Feldwisch bearbeitet in Kooperation mit dem Büro für Umweltbewertung und Geoökologie Dr. Ernstberger, Gießen das Vorhaben „Flussgebietsentwicklung für Verbandsgemeinden“. Laufzeit des Vorhabens ist 2007 bis 2008.

Ziel des Auftrags ist die Entwicklung und Beschreibung von Maßnahmen der Flächennutzung und der Gewässerentwicklung auf der Ebene von Verbandsgemeinden, die den dezentralen Hochwasserrückhalt stärken. Angestrebt wird die Erhöhung der Wasserspeicherfähigkeit der Landschaft durch hochwasserverträgliche und -mindernde Nutzungsformen und die Ausnutzung der Hochwasserrückhaltepotenziale der Auen durch eine darauf ausgerichtete Gewässerentwicklung. Damit soll ein Beitrag zur Hochwasservorsorge geliefert werden, um die Gefahren- und Schadenspotenziale gering zu halten.

Grundlage für die Entwicklung und Beschreibung von Maßnahmen zum dezentralen Hochwasserrückhalt bildet eine einheitliche Methodik. Diese Leistung baut auf den Arbeiten des LUWG auf, die u. a. im Informationspaket „Hochwasservorsorge“ zusammengefasst sind.
In Rheinland-Pfalz sind im Rahmen der Interreg Rhein-Maas-Aktivitäten (IRMA) zur Hochwasservorsorge methodische Konzepte zur Flussgebietsentwicklung erarbeitet worden. Mit Hilfe digitaler Geodaten wie Bodenkarten, DGM und ATKIS-Nutzung werden die Bodenstandorte im Hinblick auf die Bildung von Sättigungsflächenabfluss, Infiltrationsüberschuss (Horton’scher Oberflächenabfluss), Zwischenabfluss und Tiefensickerung bewertet. Auf dieser Grundlage werden nunmehr Flächen identifiziert, auf denen durch Nutzungsmaßnahmen der dezentrale Wasserrückhalt in Gewässereinzugsgebieten gestärkt werden kann.

Die Wasserretention in Auen wird unter Verwendung der Geomorphographischen Karte, der Gewässerstrukturdaten, der ATKIS-Nutzungsdaten und des digitalen Höhenmodells kalkuliert. Je besser die Verknüpfung von Auen und Gewässer ist, das heißt je besser die Aue im Hochwasserfall mit Wasser aus dem Gewässer beschickt werden kann, desto stärker trägt die Aue zur Hochwasserretention bei. Im Rahmen des Vorhabens werden die Nutzungskonflikte in Auen anhand der ATKIS-Flächennutzungen und der geplanten Siedlungs- und Industriegebiete aus den Regionalen Raumordnungsprogrammen dargestellt und Maßnahmen zum Schutz und zur (Re-)Aktivierung der Retentions- und Entwicklungspotenziale aufgezeigt.

Photo: Herrath 2006
Photo: Ratingen Hhomberg Neuenlohoff
Photo: Lohmar 2005
Photo: Hochmoor Renaturierung